Die Erde ist eine Kugel, die Sonne geht im Osten auf, im Sommer steht man an der Freibadkasse an. Jedes Jahr aufs Neue warten Freibadbesucher an heißen Tagen Ewigkeiten an den Kassen, um eine Eintrittskarte zu kaufen. Der Prozess dazu hat sich seit Jahrzehnten nicht verändert – entgegen den Chancen, die durch die Digitalisierung entstehen. Die eTicket App, entwickelt von Patrick Theobalt,  Maschinenbaustudent an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft,  ist angetreten, dieses Problem zu lösen, sodass Freibadbesucher in Zukunft keine Sekunde mehr auf ein Ticket warten müssen.

Konzept

Die eTicket App ermöglicht es Freibadbesuchern, ein eTicket – eine elektronische Eintrittskarte – auf ihrem Smartphone zu kaufen. Dazu wird die eTicket App aus dem jeweiligen App Store (Apple/Android) geladen, die entsprechenden eTickets ausgewählt und im nächsten Schritt über Online-Bezahlverfahren gezahlt. Das eTicket wird direkt in der App bereitgestellt und ist für die Dauer der Gültigkeit in der App gespeichert. Besucher mit einem eTicket können anschließend, ohne zu warten, an der Schlange vorbeigehen, das eTicket wird am Eingang gescannt und entwertet.

Die eTicket App (Grafiken: Patrick Theobalt)

Seit der Saison 2019 wird die eTicket App am Badesee Heddesheim eingesetzt und wurde in der abgelaufenen Saison bereits über 4.000-mal genutzt. Der Einsatz in weiteren Einrichtungen ist in Planung.

Von Studierenden für Studierende

Durch das G-Lab wurde Patrick im Sommersemester 2019 auf das Format Start-up-Semester aufmerksam und konnte sein anstehendes Praxissemester im Rahmen dieses Projekts absolvieren – mit Unterstützung der Studierenden.

Das Start-up-Semester des G-Labs bietet die einzigartige Möglichkeit, im Rahmen des Studiums an der HsKA für ein Semester Teil eines realen Gründungsprojekts zu werden und im Team an unterschiedlichsten Problemstellungen zu arbeiten. Im Wintersemester 19/20 haben insgesamt neun Studierende aus den Fakultäten IMM (Informationsmanagement und Medien) sowie W (Wirtschaft) in kleinen Gruppen an Projektarbeiten rund um die eTicket App gearbeitet. Thematisch wurden neben der Entwicklung eines Business Models auch an der professionellen Ausgestaltung der eTicket Website gearbeitet sowie die App-Entwicklung im Frontend sowie Backend ausgeweitet.

Das Team des eTicket Start-up-Semesters 19/20 (Bild: Patrick Theobalt)

Neben der studienrelevanten Arbeit an den Projektarbeiten der Studierenden wurde durch Roman Kerres, Projektcoach des G-Lab für das eTicket Start-up-Semester, den Studierenden in drei Einheiten Grundlagen zum Thema „Team“, „Pitching“ und „Business Model Canvas“ vermittelt. Dies ist elementarer Bestandteil des Formats, um eine gemeinsame Basis zum Thema Unternehmensgründung zu schaffen.

Betreuung durch das G-Lab

Rückblickend ist die Betreuung durch das G-Lab ein unbezahlbarer Mehrwert für alle Projektbeteiligten, da es, neben geeigneten Räumlichkeiten vor allem als Ansprechpartner in allen Fragen zur Verfügung steht und einen Rahmen zwischen Mentoren, Professoren und Studierenden bietet. Für das kommende Semester werden voraussichtlich weitere Studierende im Rahmen des Start-up-Semesters an der eTicket App arbeiten, sodass das Warten in der Warteschlange bei 35 Grad ein Ende hat.

 

Bericht: Patrick Theobalt

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