„Mit dem Klimawandel hat das Risiko für Dürren weltweit, aber auch in Deutschland und Europa, zugenommen. Welche Folgen dies konkret haben kann, beleuchtet nun eine Studie des World Wide Fund For Nature (WWF). Demnach liegen schon jetzt 19 Prozent der Millionenstädte weltweit in Gebieten mit hohem Dürrerisiko. 22 Prozent des Getreideanbaus sind ebenfalls akut dürregefährdet. Ebenfalls gravierend: Ein Großteil der Kraftwerke zur Wärme- und Energieversorgung liegen in Risikozonen – betroffen sind auch einige deutsche Kraftwerke.“ (Quelle: natur.de – Nadja Podbregar)

Der fortschreitende Klimawandel und die dadurch ausgelöste Wasserknappheit zwingt die Ernährungs- und Energieindustrie zu Innovationen. Das Fehlen der Ressourcen Wasser, Nahrungsmittel und Energie kann schnell zu wirtschaftlichen und politischen Konflikten führen. Um insbesondere bewaffnete Konflikte in naher Zukunft zu vermeiden, muss besonders die Ressource Wasser weltweit besser verteilt und für jedermann ausreichend zur Verfügung gestellt werden. Denn Wasser ist neben seiner lebensnotwendigen Funktion als Trinkwasser die Grundlage für Nahrungsproduktion, spielt aber auch in der Energiegewinnung, beispielsweise in Kühlkreisläufen von Kraftwerken, eine entscheidende Rolle.

Zunehmende Dürre gefährdet die Ernährungssicherheit, aber auch die Energieversorgung. Bild: cinoby/ iStock.

Um diesem Problem entgegen zu wirken, wurde an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft und dem Karlsruher Institut für Technologie ein innovatives Verfahren zur Wasserrückgewinnung aus der Luft entwickelt. Das Verfahren kombiniert Sorptions-, Kompressions- und Dekompressionstechnik auf neuartige Weise, um eine effektivere Entfeuchtung von wasserdampfhaltiger Luft mit hoher Effizienz zu realisieren. Diese Technologie kann zum Einsatz in Gewächshäusern und Kraftwerken kommen und dort gewaltige Wassereinsparungspotenziale ermöglichen. Somit wäre es beispielsweise möglich, in von Dürren geplagten Gebieten trotz Wassermangels Landwirtschaft zu betreiben, ohne die Grundwasserreserven aufzubrauchen. Dadurch könnten Hungerprobleme verhindert und somit Flüchtlingswellen, ausgelöst durch Hungersnöte, vermieden werden.

Das Projekt trägt den Namen Wave² und steht unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing.  Lenz der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft. Ziel des Projekts ist der Aufbau eines Demonstrators und der daraufhin folgenden Ausgründung des Unternehmens. Deshalb beschäftigt sich das Projektteam derzeit hauptsächlich mit der Suche nach Kapitalgebern, was unter anderem das Erstellen eines Businessplans beinhaltet. Um zu einem noch frühen Zeitpunkt für Kapitalgeber wichtige Kennzahlen zu kalkulieren, wurde eine Software-Anwendung erstellt, welche Finanzkennzahlen unter verschiedensten Standortbedingungen und Umweltfaktoren kalkulieren kann. Auf Basis dieser Ergebnisse kann die für Investoren entscheidende Rentabilität der Technologie bewiesen werden.

 

Bericht: Manuel Bauder

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