StartUp Semester: Teil des Teams für ein Semester

Wie ist es im StartUp zu arbeiten? Was braucht es, um aus einer Idee ein Unternehmen zu machen? Hab ich selbst das Zeug zum Gründer? Für all jene, die sich diese Fragen stellen, hat das G-Lab das Konzept StartUp Semester entwickelt.

Das Team von apic.ai inclusive der sechs Studierenden des StartUp Semesters. Foto: apic.ai.

Die Idee ist simpel: Wie ließe sich die eigene StartUp-Kompatibilität besser testen, als dadurch, selbst temporär Teil eines jungen Unternehmens zu werden? Nur der Versuch macht ja bekanntlich „kluch“ . Und das beste: Dafür gibt’s auch noch ECTS.

Ziel des Formates StartUp Semester ist, dass Studierende ohne Risiko, im Rahmen des Lehrplans für ein Semester Teil eines StartUps werden und dabei in interdisziplinären Teams lernen unternehmerisch zu Denken und zu Handeln. Das Konzept hat verschiedene Schwerpunkte:

  1. Eigene Ideen: Kommilitonen verschiedener Fakultäten für die eigene Idee begeistern und diese gemeinsam weiterentwickeln.
  2. Forschungstransfer: Rund um ein Forschungsergebnis, das aus einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Forschungsprojekt hervorgegangen ist ein Geschäftsmodell entwickeln.
  3. StartUp: Bei einem jungen Unternehmen eine strategisch wichtige Aufgabe übernehmen und diese selbstständig in Abstimmung mit den Kollegen dort lösen.

Im Sommersemester gab es zwei Projekte mit Unternehmen, bei denen Studierende verschiedener Fakultäten in den Alltag von StartUps hineinschnuppern konnten. Professoren der Fakultäten W, IMM, IWI und EIT öffneten ihre Vorlesung für das Experiment und ließen die Studierenden im Rahmen anwendungsorientierter Aufgabenstellungen an den unternehmerischen Herausforderungen der StartUps arbeiten.

Eines dieser Unternehmen war apic.ai. Das Karlsruher Start-up hat ein Monitoringsystem für Bienenstöcke entwickelt, mit dessen Hilfe die Ursachen und Zusammenhänge des Insektensterbens untersucht werden können. Im Rahmen des StartUp Semesters wurde das Team im Sommersemester 2019 von gleich sechs Studierenden der HsKA unterstützt.

Drei Studentinnen der Fakultät IMM konzipierten, betreut von Frau Prof. Sissi Closs, eine Content-Strategie für Unterstützer des Vorhabens.
Sie sprachen mit verschiedenen Unternehmen, analysierten deren Motive und setzen ein skalierbares Konzept um, das die Inhalte verschiedener Ausgabemedien wie Flyer oder Website entsprechend den Motiven der Kunden individuell gestaltet. Zum Aufbau der dahinter liegenden strukturierten Informationsarchitektur setzten sie den Standard DITA ein, zur Umsetzung den XML Editor Oxygen:

Die Kommunikation- und Medienmanagement Studentinnen Janina Berger, Jana Frisch und Christina Salwitzek (von links) bei der Konzeption ihrer Content-Strategie.

Eine Medieninformatikerin und ein Informatiker der Fakultät IWI entwickelten, betreut von Herrn Prof. Mathias Philipp, eine Webapp, mit deren Hilfe Imker zukünftig Daten aus ihren Bienenstöcken abrufen können:

Informatik-Student Robin Manzl (links) und Medieninformatik-Studentin Julia Madel (rechts) bei einer Besprechung zur Imker-App. Foto: apic.ai.

Eine Studentin des Technologie-Entrepreneurship Masters der Fakultät W entwickelte, betreut von Herrn Prof. Christian Braun, eine Customer Journey mit komplementärem, skalierbaren Kommunikationskonzept für die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerunternehmen:

TEEM-Studentin Lena Fies (3. v.l.) bei der Installation zweier Monitoring-Systeme bei Partnerunternehmen AUNOVIS. Foto: Christoph Müller Fotografie.

 

Was sagen die Studierenden?

  • „Das Startup Semester hat mir die Möglichkeit gegeben, Einblicke in neue und spannende Themenfelder zu erhalten. Durch die interdisziplinare Zusammenarbeit innerhalb meines Teams wurden tolle Ideen auf Basis ganz unterschiedlicher Sichtweisen entwickelt, was das Projekt lebendig und besonders hat. Ich empfehle die Teilnahme am Startup Semester Jedem, der einmal Gründer-Luft schnuppern und gemeinsam im Team etwas bewegen möchte.“ (Lena Fies, Master TEEM)
  • “Der Hintergedanke, dass das war wir erarbeiten am Ende tatsächlich genutzt wird, ist sehr motivierend.“ (Christina Salwitzeck, Master KMM)
  • An der Zusammenarbeit mit dem Start-up hat mir am besten die Arbeitsatmosphäre und das Teamwork gefallen. Das war schon nochmal eine ganz andere Arbeitsweise, als ich es aus meinen bisherigen Werkstudentenjobs kannte. Außerdem fand ich gut, dass wir immer direkt Feedback für unsere Arbeit bekommen haben, was wiederum sehr gut zu dem agilen Projektmanagment gepasst hat. So konnten wir direkt auf Änderungswünsche reagieren. Natürlich muss man etwas mehr Zeit mitbringen, als wenn man ein Projekt ohne ein Unternehmen durchführt. Wichtig finde ich, dass das ausgewählte Start-up zu einem selbst passt und man sich mit den Zielen des Start-ups identifizieren kann. (Jana Frisch, Master KMM)

 

Im kommenden Wintersemester wird es für Studierende StartUp Semester in allen drei Schwerpunkten geben. Im Schwerpunkt Unternehmen sind es folgende:

  1. Nize: Die App Nize (von Organize) ist ein Werkzeug, mit dem große und kleine Aufgaben verwaltet, geplant und priorisiert werden können. Vom Einkaufszettel bis zum neuen Eigenheim. Es besteht bereits ein funktionsfähiger Prototyp. Unterstützen können Studierende in den Bereichen Markt- und Zielgruppenanalyse, Marketing und Websitegestaltung sowie App-Programmierung. Im Rahmen des StartUp Semesters erhält jeder Teilnehmer eine fachbezogene Aufgabe, die er unternehmerisch und in Zusammenarbeit mit dem übrigen Team und Geschäftsführer Carsten Kraus löst. So sollen die Weichen gestellt werden, um die App erfolgreich an den Markt zu bringen.
  2. Mapstar: Das Team hat eine Augmented Reality Anwendung entwickelt, die es ermöglicht, digitale Objekte wie Bilder in der realen Welt an geografischen Orten zu hinterlegen und anderen zugänglich zu machen. Nutzer der Anwendung können sich so auf „digitale Zeitreisen“ begeben und über ihr Smartphone unterwegs spezielle, ortsspezifische Inhalte abrufen. Für Unternehmen bietet Mapstar die Möglichkeit Werbung im digitalen Raum ortsunabhängig, dreidimensional und an den für ihre Kunden relevanten Orten zu hinterlegen. Unterstützung sucht das Team in der Backend Entwicklung, bei der Entwicklung einer Lösung zur Verarbeitung und Fusion von Sensordaten auf mobilen Endgeräten, bei der KPI Analyse, bei der Entwicklung ihrer Kommunikationsstrategie und bei der Ausarbeitung von Werbekampagnen. Mehr Infos gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=mcy8NSSur6M

 

Du hast Interesse an einem StartUp Semester im WS19/20? Dann schreib uns eine Mail an katharina_luise.schmidt@hs-karlsruhe.de

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