Neue Geschäftsmodelle mit dem G-Lab entwickelt

30. Januar 2018

Am 25. Januar 2018 präsentierten 16 Studierende des Masterstudiengangs Technologie-Entrepreneurship der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft ihre Ideen für neue Geschäftsfelder und Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens KOCH Pac-Systeme GmbH, einem führenden und weltweit agierenden Anbieter für Blister-Verpackungssysteme.

 

 

Diese Ideen sind Resultat der Vorlesung „radikale Innovation“ von Prof. Dr. Carsten H. Hahn an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und dem G-Lab (Gründerlabor) der Hochschule.

„Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft vor große Herausforderungen, gleichzeitig beinhaltet sie auch viele Chancen“, so Prof. Dr. Carsten H. Hahn, Leiter des fakultätsübergreifenden G-Lab der Hochschule. „Und genau da setzen wir mit unserem Projekt ‚Studis coachen Mittelständler‘ an: Zur Entwicklung neuer Ideen bringen wir das Erfahrungswissen der Unternehmen mit der Kreativität unserer Studierenden als ‚Digital Natives‘ zusammen.“ Für beide Seiten sei dies eine Win-Win-Situation. Die Studierenden bearbeiten reale, praxisnahe Fragestellungen aus den Unternehmen und können so ihr unternehmerisches Denken schulen und ihr gelerntes Wissen direkt anwenden. Sie lernen die Lösungsstrategien der Unternehmen kennen und profitieren von deren Erfahrungsschatz.

Über die Vorlesung „radikale Innovation“ erarbeiteten sich die Studierenden zunächst die theoretischen Grundlagen mit modernsten Methoden wie beispielsweise einem MOOC (Massive Open Online Course), in dem Prof. Dr. Malte Brettel von der RWTH Aachen im frei zugänglichen Online-Kurs „Managing Disruptive Change“ das wissenschaftliche Fundament von disruptiven und radikalen Innovationen erklärt. Wie wichtig ein Perspektivwechsel im Hinblick auf radikale Innovationen ist, sollte den Studierenden schon der Vorlesungsstart an ungewohnter Stelle verdeutlichen: auf dem Karlsruher Turmberg. Der zweite Teil der Vorlesung folgte dann dem Action-Learning-Ansatz des Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer handlungsorientierten Methode für einen nachhaltigen Lernerfolg. Für die praktische Anwendung bot die KOCH Pac-Systeme GmbH den idealen Rahmen.

Zunächst lernten die Studierenden in einem gemeinsamen Workshop vor Ort das Unternehmen kennen und wurden mit den aktuellen und künftigen Fragestellungen und Marktbewegungen vertraut gemacht. In vier Gruppen generierten sie dann gemeinsam mit sechs KOCH-Mitarbeitern kreative Ideen für radikale Innovation. Zum Schluss wurde jeweils eine von diesen ausgewählt und prototypisch vorgestellt. Bis zum Ende des Wintersemesters wurde von den vier Gruppen jeweils ein Konzept für eine radikale Innovation für das Unternehmen ausgearbeitet, die sie gestern dem Unternehmen präsentieren konnten. Beispielsweise entwickelten sie Ideen zur Generierung eines Mehrwerts für die Verpackung, sodass diese eine eigene Funktionalität erhält. Teil der Präsentation war auch ein B2B-Konzept, das KOCH-Kunden, also große Produkthersteller, mit kleinen und mittleren Unternehmen zusammenbringen soll, wodurch für KOCH die Kundenbindung verstärkt und der Kundenkreis erhöht werden könnte. Eine weitere Idee setzte an den Produkten an, die die Endverbraucher in den Regalen vorfinden, und deren Attraktivität durch ein innovatives Verfahren erhöht werden könnte.

 

 

Die Firma KOCH Pac-Systeme GmbH wurde 1969 gegründet, entwickelte sich rasant und zählt heute rund 300 Mitarbeiter mit Standorten in den USA und Singapur – für viele ein sog. „Hidden Champion“. Bereits heute verfügt das Unternehmen in Produktion und Organisation über einen ausgeprägten Digitalisierungsgrad, bspw. bietet es weltweit Service in Echtzeit, eine Online-Bestellung für Ersatzteile, ein HMI-Panel für die intuitive Bedienung der Maschinen, eine App zur Steuerung der Maschinenparameter sowie eine virtuelle und damit schnellere Inbetriebnahme von Maschinen und Linien. „Aber auch für uns gilt es, uns einerseits ständig zu optimieren und damit das Unternehmen ‚weiterzudenken‘, andererseits aber auch unser Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen“, so Jürgen Welker, Director Automation and Technology des Unternehmens, „von daher war der Austausch mit den Studierenden mit ihren vielen radikalen Ideen nicht nur hilfreich, sondern auch hochgradig spannend.“

 

 

„In Zeiten eines derart raschen technologischen und auch gesellschaftlichen Wandels“, so Rektor Prof. Dr. Frank Artinger, „dürfte im Austausch zwischen der digital geprägten jungen Generation und dem Erfahrungsschatz der Unternehmen ein Erfolgsrezept liegen. Unsere Studierenden lernen so viel über die innere Firmenkultur, was bestimmt auch hilfreich ist, wenn sie selbst einmal ein Unternehmen gründen. Wir stärken so nicht nur die Gründerkultur an unserer Hochschule, sondern im ganzen Land und leisten einen Beitrag zur Innovationsfähigkeit der Wirtschaft.“

 

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